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Jeet Kune Do |
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Das Prinzip des Wu-Wei, des "Nicht-Handelns" :
"Das Allerweicheste auf Erden überholt das Allerhärteste auf Erden.
Das Nichtseiende dringt auch noch ein in das, was keinen Zwischenraum hat.
Daran erkennt man den Wert des Nicht-Handelns. Die Belehrung ohne Worte,
den Wert des Nicht-Handelns erreichen nur wenige auf Erden." |
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Dao-De-Ging , 43
"Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser.
Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich.
Es kann durch nichts verändert werden. Daß Schwaches das Starke besiegt und Weiches
das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln." |
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Dao-De-Ging , 78
"Wenn in dir nichts starr ist, werden sich dir die äußeren Dinge enthüllen.
In der Bewegung sei wie Wasser - in der Stille wie ein Spiegel. Sei wie ein
Echo in der Entgegnung." |
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Fehler des Kampfes
Es ist ein grober Fehler sich einem hart geführten Angriff des Gegners mit aller Macht
entgegen zu stemmen.
Es ist einer der häufigsten und schwersten Fehler, permanent während eines Kampfes
nachzudenken:
- Was wird der Gegner wohl als nächstes tun?
- Wie sollte ich jetzt agieren oder sollte ich nur reagieren, und wenn ja, wie?
- Wer schaut dem Kampf zu?
- Vor wem könnte ich mich blamieren?
- Kann ich überhaupt gewinnen?
- Was kann alles passieren?
- Schmerzen, Verletzungen?
- Werde ich nach einem verlorenen Kampf noch respektiert
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=> Während eines Kampfes haben solche Gedanken nichts im Kopf eines Kämpfers zu
suchen.
=> Es ist genauso unsinnig, den Verlauf eines Kampfes vorausplanen zu wollen.
Wenn mein Gegner dies macht, mache ich jenes. Jetzt attackiere ich ihn auf
diese Art und Weise, dann wird er soundso reagieren und ich kann dies und das
machen. Das ist ausgemachter Blödsinn! Diese Strategie ist beim Schach sogar
erforderlich, beim Freikampf jedoch absolut hinderlich.
=> Man sollte beim Kampf frei von allem überflüssigen Denken sein und sich nur auf die
tatsächlichen Aktionen des Gegners einlassen.
=> Der große Vorteil von Jeet Kune Do ist, dass es sich dabei um keinen Stil oder
ein rigides System handelt. Es gibt keine vorgegebenen Muster,
keine Standardantworten. |
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"Jeet Kune Do hat die Formlosigkeit zum Prinzip erhoben, und da Jeet Kune Do
keinen Stil hat, paßt es zu allen Kampfstilen. Als Resultat ist Jeet Kune Do an keinen
speziellen Kampfstil gebunden, da es alle anwendet. Es werden alle brauchbaren
Techniken einbezogen. Bei dieser Kampfkunst zählt nur die Wirkung."
Bruce Lee
Damit wird eine Sache sehr deutlich : Jeet Kune Do ist kein Stil!
Man kann im eigentlichen Sinne kein Jeet Kune Do unterrichten, sondern nur nach
der Philosophie, den Ideen und Prinzipien des Jeet Kune Do. |
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Bruce Lee selbst sprach von 6 Krankheiten, von denen fast jeder Kämpfer mindestens
eine hat :
- Streben nach Sieg.
- Streben, sich auf technische Listen zu verlassen.
- Streben, alles Gelernte auch zeigen zu wollen.
- Streben, dem Gegner Furcht einzuflößen.
- Streben, die passive Rolle zu übernehmen.
- Streben, die Krankheiten loszuwerden, von denen man befallen ist.
Die ersten 5 "Krankheiten" dürften jedem mehr oder weniger einleuchten. Krankheit
Nummer 5 z.B. meint, dass man zwar in Konterstilen, wie dem Aikido, Wing Chun
oder nach der Methode des Jeet Kune Do selbst den Angriff, den allerersten Schritt
also, dem Gegner überlassen sollte, aber deswegen nicht den ganzen Kampf über passiv
bleiben muß.
Mit der 6. "Krankheit" ist gemeint, dass Streben allgemein eine "Krankheit" sei - egal,
wonach man strebt. |
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Jeet Kune Do soll ein möglicher Weg (von vielen) sein, zu Selbsterkenntnis zu gelangen,
denn Selbsterkenntnis ist eine der wesentlichen Grundlagen des Jeet Kune Do. Man muß
sich über sich selbst, seine Gefühle, Stärken, Schwächen, Fehler, Einstellungen und Eigenheiten bewußt sein,
wenn man erfolgreich aus einem Kampf hervorgehen will. Genauso aber ist diese Kenntnis von sich selbst
essentiell für das gesamte Leben. In diesem Sinne ist Jeet Kune Do wesentlich mehr, als das Anhäufen von
Wissen und Techniken. |
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Wu Shu |
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Damit sind heute die chinesischen Kampfkünste im Allgemeinen gemeint.
Der Begriff Wu Shu wird oft synonym zu Shaolin - Kung Fu gebraucht.
Das moderne Wu Shu beinhaltet jedoch nicht alle Elemente und Formen, die zum Kanon
des traditionellen Wu Shu`s gehören.
Viele Formen sind zu Demonstrations- / Show - Formen umgeändert worden, indem man einige
klassische Elemente entfernt und dafür spektakuläre, artistische Elemente hinzugefügt
hat. Wu Shu umfasst sowohl waffenlose Kampfstile, als auch Waffenkampf.
Eine wirklich komplette Ausbildung im Wu Shu beinhaltet allerdings verschiedenste
Bewegungsformen (verschieden Tierformen, wie Tiger, Drache, Kranich usw.,
Langfaust, Fallkunstboxen usw.), Philosophie (v.a. Daoismus und Chan Buddhismus),
Medizin (Anatomie, Lage wichtiger Nervenpunkte, Herstellung und Wirkung von
Kräutermixturen usw.) sowie Qigong. |
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Kung Fu |
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Der Begriff Kung Fu wird zumindest in Europa und Amerika synonym zu den
chinesischen Kampfkünsten Wu Shu (auch Chuan Fa = Quanfa )gebraucht. Er ist abgeleitet von
"gongfu", was soviel wie "hart trainieren", "intensiv üben" bedeutet. In diesem Sinne
betreibt jeder Leistungssportler, jeder professionelle Tänzer und Musiker Kung Fu.
Die philosophische Grundlage des Kung Fu / Wu Shu bilden der Daoismus und
der Chan - Buddhismus (Es ist nicht Anliegen dieser Seite, Daoismus und Buddhismus
zu erläutern. Der interessierte Leser sei auf die einschlägige Literatur, auf diverse Internet-Seiten zu diesem Thema oder aber auch auf entsprechende Seminare, wie sie wie bei uns auch
in anderen Kampfkunst-Schulen oft angeboten werden, verwiesen).
Unter dem Begriff Kung Fu subsumiert man neben dem klassischen Shaolin - Kung Fu auch
so bekannte Stile wie Taichi Chuan, Wing Chun und Jeet Kune Do (zu allen Begriffen: siehe dort). |
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Tai Chi |
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Der Begriff Tai Chi (= Taiji) steht eigentlich für die Interdependenz und Interaktion von
Yin und Yang. Das heute in vielen Ländern sehr populäre Tai Chi Chuan ist meint also in
etwa "in Bewegung umgesetztes Tai Chi" (Chuan = Quan = Faust). Es ist davon auszugehen,
das die ursprünglichen Formen noch sehr kampforientiert waren. Der international populärste
und verbreitetste Tai Chi - Stil dürfte der Yang - Stil sein. Er ist gekennzeichnet durch
langsame, ruhig fließende Bewegungen. Man benutzt diese Form oft zur
Bewegungsmeditation oder im Rahmen eines Qigong - Programmes. Im älteren Chen - Stil
sind noch explosive Elemente enthalten. Er ist gekennzeichnet durch den Wechsel von
schnellen, kraftvollen Bewegungen (Tritte, Sprünge und Schläge) und sehr weichen, runden
Bewegungen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich um eine ganzheitliche
Bewegungskunst handelt. Die Formen sind auch hier nur ein Teil des Gesamtsystems.
Ein richtiger Tai Chi - Meister beherrscht den Umgang mit den traditionellen Tai Chi -
Waffen Säbel, Stock und v.a. Schwert genauso, wie die waffenlose Selbstverteidigung,
die auf eigener Stabilität und der Neutralisation von Angriffen mittels nachgebenden und
umleitenden Bewegungen basiert.
Weitere bekannte Stile sind Wu, Hao und Sun. |
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Qi Gong |
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Qigong bedeutet wörtlich "Arbeit mit Lebensenergie" (gong = kung = Arbeit,
qi = chi = [Lebens]energie). Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen und
Übungen zur Kontrolle und zur Steuerung von Qi. Qigong ist ein ganzheitliches System,
welches ruhige Bewegungsformen, Atemtechniken, Selbstmassage, Aut - / akkupressur
und Meditation beinhaltet. Es handelt sich dabei oft um uralte daoistische Praktiken, die
geistiges Training genauso umfassen, wie Körperübungen. Die bekanntesten Bewegungsformen
des Qigong dürften wohl die Bewegungen der 5 Tiere sein.
Die Qigong - Formen der 5 Tiere sind dabei nicht identisch mit den Wu Shu - Formen
der 5 Tiere. Die klassischen 5 Tiere des Qigong sind Tiger, Hirsch, Bär, Kranich und
Affe, die des Wu Shu sind Drache, Tiger, Kranich, Leopard und Schlange. Sowohl im
Wu Shu als auch im Qigong gibt es jedoch noch diverse andere Tierformen.
Einige Methoden und Prinzipien des Qigong sind schon vor knapp 3000 Jahren entwickelt
worden. Der Begriff Qigong etablierte sich jedoch erst im 20. Jahrhundert. Zuvor wurden
Begriffe w.z.B. daoyin verwendet. |
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Wing Chun |
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Ein Shaolin - Stil, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Beim Wing Chun
geht es um reine Selbstverteidigung. Man setzt auf Direktheit und Effizienz. Auf Schnörkel
und Showelemente wird gänzlich verzichtet. Man nutzt den Angriff des Gegners zu schnellen
Konterattacken. Wie beim Tai Chi - Chuan setzt man nicht seine ganze Kraft in das Abblocken
oder das Ausweichen von Angriffen, sondern lässt die Wucht des Angriffes quasi
verpuffen bzw. benutzt diese sogar gegen den Angreifer. Wesentliche Elemente des Wing Chun
hat Bruce Lee in seinem Jeet Kune Do übernommen. Mit der Gründung des WT
(Wing Tsun) setzte bedauerlicherweise eine Entwicklung ein, die ich unter dem
Punkt "Vorsicht Falle" näher erläutere. |
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